Kommentar

Urlauber zweiter Klasse

Archivartikel

Hagen Strauß zu den Folgen der Germania-Pleite

Viele Urlauber, die von der Germania-Pleite betroffen sind, schauen nun in die Röhre. Besonders diejenigen, welche ihren Flug auf der Internetplattform von Germania gebucht haben. Wie man das heutzutage halt so macht – mit ein paar Klicks hat man sich den vermeintlich günstigsten Tarif gesichert. Alles andere regelt man extra. Nur: Während Pauschalreisende im Falle einer Insolvenz umfassend abgesichert sind und daher in aller Regel alternative Flüge organisiert bekommen, fehlt ein vergleichbarer Schutz bei Direktbuchern.

Sie sind Urlauber zweiter Klasse, weil sie dann nicht nur auf den Ausgaben für die Flugtickets sitzen bleiben. Auch das Geld für bereits bezahlte Hotels oder Mietwagen ist oft futsch. Das ist ungerecht – und kann eigentlich relativ leicht abgestellt werden. Indem der Gesetzgeber die sogenannte Insolvenzsicherungspflicht für Reiseveranstalter auf Luftfahrtunternehmen erweitert, die in Deutschland einen Flug antreten oder beenden.

Mitte März findet dazu eine Anhörung im Bundestag statt. Man kann nur hoffen, dass das Parlament danach gute Regelungen im Sinne der Verbraucher auf den Weg bringt. Denn die Germania-Pleite dürfte nicht die letzte am Himmel gewesen sein. Die Luftverkehrsbranche ist hart umkämpft, und unter den zahlreichen Billiganbietern wird sich die laufende Marktbereinigung weiter fortsetzen.