Kommentar

Ursachen bekämpfen

Archivartikel

Thorsten Langscheid über die Chemikalien im Ackerboden

Das klingt nur vordergründig nach einer guten Nachricht: Viel weniger Honig als im vergangenen Jahr ist 2019 mit gesundheitsschädlichen Chemikalien belastet. Dass das Regierungspräsidium in Karlsruhe zuvor dafür gesorgt hat, dass die meisten der betroffenen Imker ihre Bienen abgezogen und weit entfernt von den PFC-belasteten Rapsfeldern aufgestellt haben, lässt die Sache in einem ganz anderen Licht erscheinen. Hier werden Symptome behandelt, die Ursache des Problems, nämlich die Chemikalien im Boden und im Grundwasser, bleibt bestehen.

Denn, so darf man unterstellen, wären die Bienenvölker geblieben, wo sie 2018 waren, dann hätten auch in diesem Sommer wieder größere Honigmengen vernichtet werden müssen. Die Werte des als krebserregend geltenden Imprägnierungsmittel PFC sind zwar niedrig genug, dass einmaliger Genuss von Honig oder Erdbeeren, die ebenfalls belastet waren, als unproblematisch gilt. Andererseits sind sie aber auch so hoch, dass Gesundheitsamt und Regierungspräsidium vom Verzehr abraten und den Verkauf verbieten.

Klar ist aber auch: Die toxischen Substanzen fielen nicht vom Himmel. Sie wurden über verunreinigten Kompost systematisch und teilweise über Jahre hinweg auf den betroffenen Feldern verteilt. Deswegen kommt es jetzt darauf an, die Ursachen zu bekämpfen, und vor allem, die Verursacher zu ermitteln und zur Rechenschaft zu ziehen.

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