Kommentar

Justiz Deutscher Wetterdienst darf nur teilweise gratis sein

Urteil stärkt Privatanbieter

Archivartikel

Karlsruhe.Zum Schutz privater Mitbewerber darf der Deutsche Wetterdienst (DWD) in seiner Smartphone-App nur Unwetterwarnungen gratis anbieten. Alle darüber hinausgehenden Vorhersagen und Informationen müssen kostenpflichtig oder werbefinanziert sein. Das hat der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe am Donnerstag entschieden. Für die Nutzer ändert sich nichts. Der meteorologische Dienst der Bundesregierung hatte die Vollversion seiner „WarnWetter-App“ wegen des Streits schon zuletzt für einmalig 1,99 Euro verkauft und will das so beibehalten. Geklagt hatte das Bonner Unternehmen WetterOnline, dessen Geschäftsführer Joachim Klaßen begrüßte das Urteil.

Der DWD hatte die „WarnWetter-App“ 2015 auf den Markt gebracht. Das Landgericht Bonn hatte bereits 2017 die App in ihrer ursprünglichen Form verboten. Das Oberlandesgericht Köln hob dieses Urteil zwar 2018 auf. Der Wetterdienst hatte wegen des offenen Rechtsstreits trotzdem bis auf weiteres darauf verzichtet, die Vollversion kostenlos anzubieten. Die Gratis-App wurde abgespeckt. 

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