Kommentar

Veränderungen tun gut

Archivartikel

Rolf Obertreis zu den Dax-Reformplänen der Deutschen Börse

Seit mehr als 30 Jahren ist er ein Gradmesser nicht nur für die Entwicklung an der Börse, sondern auch für die deutsche Wirtschaft. Seit etlicher Zeit aber hinkt die Konstruktion des Deutschen Aktienindex Dax der Entwicklung hinterher. Die Börsenbarometer in anderen Ländern Europas, in den USA und in Asien berücksichtigen nicht nur 30 Unternehmen ihres jeweiligen Landes, sondern deutlich mehr – zum Teil mehrere hundert. Das spiegelt die Leistungsfähigkeit der Wirtschaft eines Landes und das Spektrum der Unternehmen deutlich besser wider als hierzulande. Die Börsenoberen in Frankfurt haben das jetzt endlich erkannt. Nun soll aus dem Dax 30 ein Dax 40 werden.

Die anstehenden Veränderungen tun nicht nur dem Dax gut, sie sind auch für jeden Anleger von Vorteil, der keine einzelnen Aktien kauft, sondern über klassische Fonds und über Index-Fonds auf den Dax insgesamt setzt. Bei 40 Firmen und mehr Branchen wird das Risiko stärker gestreut als bislang und damit reduziert. Und Firmen, die eigentlich längst für den Dax qualifiziert sind, haben die Chance aufzurücken.

Damit wiederum geraten sie auch in den Fokus internationaler Anleger. Was die Kapitalbeschaffung erleichtert und den Aktionärskreis vergrößert. Das Potenzial der deutschen Wirtschaft ist deutlich größer als das der 30 Konzerne, die derzeit im Dax vertreten sind. Auch insofern ist die Reform des Börsenbarometers überfällig.

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