Kommentar

Verantwortlich handeln

Christine Maisch-Straub zum Badeverbot

Für die einen ist es ein großer Genuss, den sie sich nicht nehmen lassen wollen, die anderen haben hauptsächlich die Gefahren im Blick: Die Diskussion um das Badeverbot am Strandbad schlägt in Mannheim immer wieder hohe Wellen. Denn zu einem echten Strand gehört eben für viele Menschen auch die Möglichkeit, ins Wasser zu waten, sich auf den Wellen treiben zu lassen oder gegen die Strömung anzuschwimmen.

Und natürlich weiß jeder, dass an einem Fluss Gefahren lauern. Kinder oder auch Erwachsene, die das Schwimmen noch nicht oder nie gelernt haben, könnten ins Wasser fallen. Aber das trifft auch auf andere Gewässer wie beispielsweise den Stollenwörth-weiher zu. Kinder muss man eben im Auge behalten. Da helfen auch keine noch so prominent platzierten Hinweistafeln. Das ist eine Tatsache - eine, die sicherlich jeder vernünftige Strandbadbesucher akzeptiert und sich danach verhält.

An die Vernunft jedes Einzelnen sollte auch die Stadt appellieren. Das ist sicherlich sinnvoller, als generelle Verbote auszusprechen. Zumal dem Kommunalen Ordnungsdienst für Kontrollgänge offenbar ohnehin das Personal fehlt. Viel wirkungsvoller als Badeverbotsschilder wären an dieser Stelle Tafeln mit der Aufschrift "Baden auf eigene Gefahr". Eine gute Lösung könnte auch eine ausdrückliche Badeerlaubnis in Schwimmerzonen sein, die mit Bojen vom Schiffsverkehr abgegrenzt sind.

Da ist natürlich Eigenverantwortung gefragt. Aber genau das ist es doch, was sich eine Stadt von ihren Bewohnern wünscht: Mündige Bürger, die sehr wohl vernünftig und eigenverantwortlich handeln können.

Zum Thema