Kommentar

Verdiente Chance

Archivartikel

Jürgen Berger zur Situation von Mick Schumacher

Das Wochenende auf dem Nürburgring ist für Mick Schumacher mehr als ein Hineinschnuppern in die Formel 1. Dass der 21-Jährige schon in der nächsten Saison ein festes Cockpit bei Alfa Romeo erhalten wird, ist trotz der wetterbedingt ausgefallenen Bewährungschance sehr wahrscheinlich – und diese Belohnung hat sich der Spitzenreiter der Formel 2 mit starken Leistungen absolut verdient.

Hochkonzentriert, akribisch und mit der nötigen Portion Selbstbewusstsein verfolgt der deutsche Hoffnungsträger seit Jahren Schritt für Schritt seinen Plan. Das Ziel war immer klar: Ein Cockpit in der Königsklasse des Motorsports, in der sein Vater eine Legende ist.

Vielleicht hat sein prominenter Nachname die eine oder andere Tür ein bisschen leichter und früher geöffnet, doch für seinen Aufstieg im Rekordtempo ist er allein verantwortlich – und das ist in der Branche unbestritten. Mick Schumacher besitzt einfach ein herausragendes Rennfahrertalent.

Die riesige Erwartungshaltung bringt natürlich auch eine große Bürde mit sich. Doch gerade diese Herausforderung meistert der Nachwuchsstar bisher mit einer beeindruckenden Abgeklärtheit, obwohl seine Karriere von der Öffentlichkeit immer schon mit Argusaugen verfolgte wurde. Dafür verdient er Respekt.

Schon vor seinem ersten Formel-1-Rennen ist Schumacher deshalb ein Gewinner, der noch lange nicht am Ziel angekommen ist. Der 21-Jährige will nicht nur auf allerhöchstem Niveau bestehen, sondern träumt davon, an die außergewöhnlichen Erfolge seines Vaters anzuknüpfen. Das ist verständlich, aber auch eine fast unmögliche Herkulesaufgabe.

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