Kommentar

Vereine in der Pflicht

Archivartikel

Markus Wilhelm zur Lage der Unparteiischen

Wenn es noch eines Belegs bedurft hätte, wie weit sich die Schere zwischen Profi- und Amateurfußball geöffnet hat, so ist die Situation bei den Schiedsrichtern dafür ein Paradebeispiel. Während die Bundesliga über den Videobeweis debattiert, wird es an der Basis immer schwieriger, überhaupt genügend Unparteiische zu finden. Es muss eine Trendwende gelingen, sonst wird das System in wenigen Jahren kollabieren. Ganze Spielklassen werden dann ohne Schiris auskommen müssen.

Die Verantwortlichen im Fußballkreis Mannheim tun deshalb gut daran, wenn sie verstärkt um Nachwuchs werben. Die Resonanz auf den anstehenden Neulingskurs ist ein Hoffnungsschimmer – mehr aber (noch) nicht. In der Verantwortung stehen auch die Vereine. Jeder Club kann etwas tun: Für einen respektvollen Umgang mit den Schiedsrichtern sorgen und verbale Angriffe, die oft genug unter die Gürtellinie zielen, konsequent ahnden. Kein Schiedsrichter muss sich von Spielern oder Zuschauern beleidigen oder bedrohen lassen.

Nur, wenn den Unparteiischen Wertschätzung entgegengebracht wird, werden sich wieder mehr junge Leute für den Griff zur Pfeife begeistern lassen – und sich weniger altgediente Schiris frustriert zurückziehen.