Kommentar

Vergebliches Schönreden

Archivartikel

Steffen Mack über einen Führungswechsel am Klinikum

Der Idealzustand ist klar: Das Klinikum kommt dauerhaft aus den Schlagzeilen, kann sich ungestört seinen Patienten sowie seiner eigenen wirtschaftlichen Gesundung widmen. Soweit die Theorie. Die Praxis sieht leider wieder einmal anders aus. Der sich abzeichnende Abgang beider Geschäftsführer ist, so sehr man sich das auch schönzureden versucht, ein herber Rückschlag.

Sicher, unterschrieben mag noch nichts sein. Es ist auch – und nicht nur für Führungskräfte – im Arbeitsleben völlig normal, ab und an seinen Marktwert und damit Angebote anderer Häuser zu prüfen. Zumal, wenn man wie Freddy Bergmann seinen Posten erklärtermaßen nur „bis auf Weiteres“ hat. Doch würde es hier nur um üblichen Vertragspoker gehen, hätte darauf weder der Oberbürgermeister öffentlich reagiert noch die Universitätsmedizin eine Mail an all ihre Mitarbeiter verschickt.

Man darf also fest damit rechnen, dass es nicht nur den Ärztlichen Direktor Frederik Wenz nach Freiburg, sondern auch Bergmann nach Frankfurt ziehen wird. Schön für beide, aber aus Mannheimer Sicht zwei schwere Verluste. Mitten im Wandel verliert das Klinikum nicht nur seine komplette Führungsspitze, sondern auch viel Sachverstand. Wenz hat in der medizinischen Fachwelt einen ausgezeichneten Ruf, Bergmann ist als kaufmännischer Experte engstens mit dem Umstrukturierungsprozess vertraut. Ihr Weggang droht gewaltige Lücken aufzureißen.

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