Kommentar

Verheerende Botschaft

Archivartikel

Stefan Proetel zum Sparkurs der Mannheimer Polizei

Polizeiarbeit kostet viel Geld, erfolgreiche noch eine Stange mehr. Wer Ermittlungen intensiviert, die Präsenz auf der Straße erhöht und die Prävention verstärkt, der muss die Kasse ein gutes Stück weiter öffnen. So geht es Polizeipräsident Thomas Köber derzeit. Im März präsentierte er die Kriminalstatistik für den Bereich des Präsidiums Mannheim. Das tat er gerne, schließlich lautete seine wichtigste Botschaft: Die Gesamtzahl der Straftaten ist erstmals seit 2014 wieder gesunken – erfreulich und die Folge hartnäckiger Arbeit der Polizisten.

Nur ein paar Wochen später muss Köber beherzt auf die Bremse treten, weil die Ausgaben drohen, aus dem Ruder zu laufen. Dass er als Verantwortlicher so handelt, ist logisch. Es ist seine Aufgabe. Dass er beteuert, die Maßnahmen würden nicht zu Lasten der Sicherheit gehen, ist nachvollziehbar. Aber die eingangs formulierte Gleichung funktioniert leider auch in die andere Richtung: Wer spart, kann weniger ermitteln und wird dadurch weniger erfolgreich sein. Man kann es drehen und wenden, wie man will: Am Ende werden weniger Polizeiautos präventiv unterwegs sein. Diebstähle aus Fahrradkörben, die Zustände am Neckarufer, Diskussionen um No-Go-Areas, immer wieder Autoaufbrüche – Bürger waren in der Vergangenheit oft empört, verunsichert oder gar verängstigt. Verständlicherweise. Wenn die Polizei in diesen aufgewühlten Zeiten Sparkurs fahren muss, ist das eine verheerende Botschaft.

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