Kommentar

Verschärfung´überfällig

Rolf Obertreis bewertet Einigung zu Basel III

Mit 22,5 Milliarden Euro steckt der deutsche Bankenrettungsfonds noch im Minus – auf dem Papier. Am Ende wird der Steuerzahler wohl für einen Teil aufkommen müssen. Künftig soll es windige Bankgeschäfte wie vor 2008 nicht mehr geben. Härtere Regeln waren überfällig.

Jetzt sind sie endlich festgezurrt. Hinter Basel III verbergen sich strenge Eigenkapitalvorschriften zur Abdeckung von Risiken bei Banken, auf die sich internationale Bankenaufseher verständigt haben. Sie sollen verhindern, dass Geldhäuser mit fragwürdigen Geschäften erneut eine globale Finanzkrise heraufbeschwören. Und am Ende der Steuerzahler Banken retten muss.

Einige Regeln gelten schon, Risiken in den Büchern der Banken sind heute besser abgedeckt. Wenn Kredite ausfallen oder Finanzprodukte zu Verlusten führen, müssen die Institute mit eigenen Mitteln oder dem Geld der Eigentümer und Einleger dafür geradestehen. Eigenkapital ist teuer. Dies bremst die Risikoneigung. Die Regeln sollen weltweit gelten und verhindern, dass Banken für kritische Geschäfte auf andere, weniger regulierte Standorte ausweichen.

Deutsche Institute warnen, dass Kredite jetzt teurer werden könnten. Manche könnten gar nicht mehr angeboten werden. Das ist fragwürdig und für den überbesetzten deutschen Banken-Markt unwahrscheinlich. Weniger Rendite bei geringerem Risiko – das ergibt Sinn. Deutsche Institute bemängeln generell eine angeblich überzogene Regulierung. Aber einige haben damals mitgezockt und diese Reaktion mit ausgelöst.

Längst haben sie erkannt, dass sie selbst für mehr Sicherheit sorgen müssen, und ihr Kapital kräftig aufgestockt. Und doch ist nicht klar, ob Basel III langfristig wirkt. In den USA bereitet Präsident Trump den Weg für eine Deregulierung und damit eine Rolle rückwärts. In Europa schüttelt man entsetzt den Kopf.