Kommentar

VerschwendeteZeit

Katrin Pribyl zur Nachfolge von Theresa May

Boris Johnson und Jeremy Hunt kämpfen beide um die Nachfolge von Theresa May – am 23. Juli wird die Entscheidung verkündet. Zwar steckt hinter der hochgespielten Marke Boris Johnson nicht viel mehr als ein Hallodri. Er hat weder eine Brexit-Strategie, die den Realitätscheck bestehen würde, noch zeigt er Interesse an Details oder fährt mit einem Plan auf. Trotzdem wird er wohl Premierminister.

In normalen Zeiten würde es der substanzlose Egozentriker nicht einmal in die Nähe der Downing Street schaffen. Doch das Königreich steckt in einer historischen Krise. Vermutlich geht es noch weiter abwärts. Denn auch mit Außenminister Jeremy Hunt, von Natur aus eher der Typ langweiliger Opportunist, sieht die Zukunft kaum rosiger aus. In Sachen Brexit schwankt er wie ein Fähnchen im Wind. Die Verhandlungen will Hunt wieder aufnehmen, doch sollten sich die roten Linien der Briten nicht ändern, sind die Gespräche abgeschlossen. Die Geduld in Brüssel ist zu Recht am Ende.

Man würde annehmen, die Briten fühlten sich unter Zugzwang. Stattdessen verschwenden sie abermals Zeit mit dem wochenlangen Kampf um den Parteivorsitz. Bis auf Machthunger scheint bei der Spitze der Konservativen nicht mehr viel da zu sein.

Zum Thema