Kommentar

Verständliche Pause

Archivartikel

Peter W. Ragge zur vorübergehenden Zeughaus-Schließung

Hat das eigentlich jemand gemerkt? Zwei Monate war das Zeughaus der Reiss-Engelhorn-Museen geschlossen, auch vor den Obergeschossen des Museums in D 5 hing ein Absperrband. Diese erstmalige Sommerpause, bei der Bekanntgabe teils heftig kritisiert, verstrich ohne großes Aufsehen.

Die Aufgabe von Museen ist, Kulturgüter zu bewahren und zu präsentieren. Dafür sind Dauerausstellungen – ob zur Kunst- und Kulturgeschichte, Archäologie oder Kulturen der Welt – unverzichtbar. Einen ständigen Besuchermagnet stellen sie aber verständlicherweise nicht dar, zumal nicht in der Sommerzeit, wenn Schulklassen andere Pläne haben, kaum Kongressgäste oder Kulturtouristen kommen. Anderswo sind Museen, Schlösser und Burgen auch außerhalb der jeweiligen Saison einfach dicht – oftmals sogar mehr als nur zwei Monate. Die familienfreundliche Naturkunde-Sonderschau in D 5 blieb ja auch über die Sommerpause hinweg durchgehend geöffnet.

Diese Pause war daher insofern verständlich und richtig, da das Haus nun einmal sparen muss. Dies in genau dem Zeitraum zu tun, in dem sich aller Erfahrung nach nur wenige Besucher im Haus verirren würden, ist besser als andere Einschnitte. Da konzentriert man sich besser auf die großen Sonderausstellungen, die überregionale Aufmerksamkeit und zahlreiche Besucher auch von auswärts bringen.

Dennoch muss es aufhorchen lassen, dass solche drastischen Schritte nötig sind. Der Gemeinderat muss sich daher schon genau anschauen, wie er auf Dauer mit dem chronisch unterfinanzierten, aber doch so renommierten Museum umgeht.

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