Kommentar

Vertrauen bewahren

Archivartikel

Die Pressekonferenz der Musikschule war eine gute Sache: Sie förderte wichtige Informationen über die aktuelle Arbeit dieser wertvollen Einrichtung zu Tage und fügte damit den vielen Erfahrungen, die derzeit in nahe-zu allen Teilen der Gesellschaft mit der Corona-Krise gemacht werden, weitere Akzente hinzu.

Natürlich war auch diese Darstellung voller Geschichten, wie wir sie derzeit aus allen Bereichen unseres Lebens hören. Geschichten von Menschen, die alles tun, um unter schwierigsten Umständen ihre Aufgabe zu erfüllen. Von Lehrern, die hochkonzentriert versuchen, über Skype Misstöne in einem Klavierspiel zu analysieren, oder mit Chören und Bläserensembles im Freien üben; die Klänge, die auf Grund dessen derzeit an der Bergstraße, sogar in Weinbergen, zu hören sind, bilden eine der wirklich wenigen positiven Folgen von Corona.

Doch ungeachtet derartiger folkloristischer Anklänge: Musikunterricht ist weder im Freien noch digital das Wahre. Solche Rahmenbedingungen gehen an das Mark einer Musikschule. So wenig wie man ein Akkordeon der Sonneneinstrahlung aussetzen darf, so wenig können Kinder im Winter im Freien Trompete spielen. Notwendig sind daher Räumlichkeiten – in ausreichender Größe, in ausreichender Zahl.

Platzfrage als Überlebensfrage

Diese ab Beginn des neuen Musikschuljahres bereitzustellen, wird in den nächsten Wochen und Monaten eine Überlebensfrage für die Einrichtung. Denn Eltern registrieren sehr sensibel die Rahmenbedingungen für die Freizeitgestaltung ihrer Kinder. Und Schüler sind, so banal das klingen mag, die Grundlage einer Musikschule. Bleiben sie in größerer Zahl aus, ist die Existenz der Einrichtung gefährdet, damit auch Arbeitsplätze; diese bislang komplett erhalten zu haben, ist eine vorbildliche Leistung der Verantwortlichen.

Gefordert ist nun vor allem die Stadt, auch mit unkonventionellen Ideen die Raumfrage anzugehen; bei Volker Arras ist diese Aufgabe in guten Händen. Gefordert sind aber auch die Schriesheimer – als Eltern, indem sie der Musikschule weiter vertrauen, ihr also auch weiterhin ihre Kinder anvertrauen, oder auch als engagierte Bürger, indem sie dem Trägerverein etwa als Fördermitglied beitreten. Sie haben es ein gutes Stück weit selbst in der Hand, ob ihre Musikschule erhalten bleibt.

 
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