Kommentar

Vertrauen braucht Zeit

Mobbing, das ist Alltag an deutschen Schulen – und damit auch in Mannheim. Oft versuchen Schüler zunächst allein, die Probleme in den Griff zu bekommen. Aus Scham, sich ihre Schwäche gegenüber anderen eingestehen zu müssen, bitten sie nicht um Hilfe. Wer ein stabiles Elternhaus hat, kann seine Peiniger vielleicht mit viel Rückhalt eines Tages allein abschütteln. Aber was passiert mit denen, die das nicht haben? Obwohl viele Schulen mit unterschiedlichen Programmen versuchen, Mobbing einzudämmen, mangelt es auch hier oft an Zeit.

Aber um mit solchen Fällen richtig umgehen zu können, braucht es nicht nur Feingefühl und ein offenes Ohr zwischen den einzelnen Schulstunden. Es braucht Zeit, genau hinzuschauen, aktiv einzugreifen und weiter zu beobachten. Es braucht Zeit, Lehrer dafür zu schulen. Und es braucht Zeit, bis Schüler wirklich genug Vertrauen fassen, um sich Erwachsenen zu öffnen.

Ein umfassendes Mobbingkonzept, das langfristig wirkt, erfordert Eltern, Schüler, Lehrer und Schulleitung, die gemeinsam daran arbeiten – zur Not auch in der kostbaren Freizeit.