Kommentar

Verzögerung üblich

Peter W. Ragge zum Beginn der Generalsanierung

Die Feuerwache Nord ist ein mahnendes Beispiel. Deren Generalsanierung wurde ab 2012 geplant. Doch zu der vom Gemeinderat bewilligten Summe wollte kaum eine Baufirma das Projekt angehen. Auf die europaweite Ausschreibung hat sich nur ein Unternehmen gemeldet, und das erfüllte formale Kriterien nicht. Die Ausschreibung musste daher 2016 aufgehoben werden – und das Prozedere startete neu. Inzwischen laufen die Bauarbeiten, aber es gibt weitere Verzögerungen, es wird ständig teurer.

Beim Nationaltheater kann all das auch passieren. Schon beim Umbau der Probebühne Neckarau, die in diesem Sommer stattfinden sollte, hat man es doch gemerkt. Planungen und bewilligte Gelder stehen auf dem Papier. Aber ob sich Firmen finden, die zu dem Preis die Arbeit leisten wollen, ist angesichts der guten Baukonjunktur und voller Auftragsbücher die große Frage.

Daher muss man mit weiteren Verzögerungen rechnen. Nur offen kommunizieren sollte es die Stadt jeweils. Wenn sich das alles noch im bestehenden Zeitpuffer bis Ende 2022 bewegt, solange die Betriebsgenehmigung gilt, ist das auch keineswegs dramatisch. Im Gegenteil: je nach Entwicklung der Weltkonjunktur wird der rasante Anstieg der Baupreise vielleicht auch irgendwann mal wieder gestoppt.

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