Kommentar

Verzögerungen verboten

Archivartikel

Thorsten Langscheid über die Arbeiten am Aubuckel

Dass nun auch noch asbesthaltige Bauteile beim Abriss der alten Kasernenanlagen gefunden werden, ist nicht unbedingt eine Überraschung. BImA und Stadtverwaltung haben Recht, wenn sie darauf verweisen, dass dieses problematische Baumaterial jahrzehntelang quasi überall und in mannigfaltiger Form zum Einsatz kam. Insofern könnte man fast sagen: Überraschend ist eigentlich, dass nicht viel mehr Asbest-Kontaminationen in den verlassenen militärischen Anlagen zwischen Aubuckel und Wachenheimer Straße gefunden wurden.

Trotzdem ist eine Asbestsanierung kein banaler Vorgang. Bau- und Gewerbeaufsicht achten peinlich darauf, dass die Entsorgung unter Einhaltung aller rechtlichen Vorschriften ausgeführt wird. Dass es grundsätzlich besser ist, ungenutzte Areale zu sanieren, als sie sich selbst zu überlassen, lässt sich an den Vorgängen hinter dem Kasernenzaun gut lernen. Der Hinweis, dass sich wegen des Ziels Bundesgartenschau keiner der Beteiligten jetzt noch größere Verzögerungen leisten kann, zeigt zudem: Jetzt wird es langsam wirklich ernst, jetzt müssen die nötigen Schritte bis 2023 konsequent angegangen werden.

Dass dabei – von der Asbest-Problematik ganz abgesehen – Einwände, Kritik und Anregungen nicht beiseite gewischt werden sollten, muss allerdings noch einmal betont werden. Gerade am Beispiel Spinelli wird deutlich, wie vielschichtig die Probleme sein können: Natur- und Artenschutz, Verkehrsfragen, Kleinklima, Grün-Betriebshof – all das muss vernünftig, aber zügig gelöst werden. Verzögerungen sind künftig verboten.

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