Kommentar

Vettels Trauma

Archivartikel

Stefan Skolik zum spektakulären Rennen in Hockenheim

Das Unwetter nach dem Ende des Rennens hatte Symbolkraft. Der Himmel öffnete seine Schleusen, Donnerschläge hallten über den Hockeheimring – als wäre das Rennen selbst nicht spektakulär genug gewesen. Sebastian Vettel jedoch wird nach dem Wochenende ein weiteres traumatisches Erlebnis irgendwie verarbeiten müssen – so dicht stand der Heppenheimer davor, sein Heimrennen endlich gewinnen zu können. Doch der heiß ersehnte Wunsch ging nicht in Erfüllung – und möglicherweise muss Vettel nun lange warten, bis sich ihm eine neue Gelegenheit bietet: Denn noch ist offen, ob der Hockenheimring einen neuen Vertrag erhält.

Viel wichtiger scheint aber nach diesem Regenchaos-Rennen, dass sich das Ferrari-Team hinterfragt. Denn möglicherweise wurde viel zu spät auf den einsetzenden Regen reagiert, vielleicht hätte ein Reifenwechsel Schlimmeres verhindern können. Vettel bestritt dies zwar und nahm das Aus als Fahrfehler auf total abgenutzten Soft-Reifen großmütig auf seine Kappe. Doch eine klare Taktik zur Risiko-Minimierung und eine deutliche Ansage hätte den Heppenheimer möglicherweise vor dem Crash retten können.

Der Nuller zur WM-Halbzeit bedeutet sicher noch keine Vorentscheidung im Titelrennen. Fakt ist aber, dass Vettel jetzt 25 Punkte in der Endabrechnung fehlen. Und das könnte am Ende noch zum Trauma werden.