Kommentar

Viel Kreativität gefragt

Manfred Stockburger zu den Abbauplänen bei Audi

Die Einschnitte bei Audi sind tief. Und auch wenn die Personalkürzungen bislang nur eine Absichtserklärung sind: Der – sozialverträgliche – Abbau von bis zu 9500 Stellen geht an die Substanz. Am Ende des Prozesses wird Audi ein anderes Unternehmen sein. Auch diejenigen, die bleiben, müssen sich auf große Veränderungen einstellen.

Wie genau der Autohersteller in Zukunft aussehen wird, ist auch mit der jetzt geschlossenen Vereinbarung nur schemenhaft absehbar. Aber immerhin steht die Richtung fest, in die sich das Unternehmen bewegen soll – nachdem es sich seit Bekanntwerden des Dieselskandals 2015 vor allem mit sich selbst beschäftigt hat. Herausforderungen gibt es schließlich genug, was Veränderungen sowohl der Technologie als auch der Märkte angeht.

Dass die aktuellen Neckarsulmer Modelle deutlich weniger Abnehmer finden als erwartet und das Werk deswegen dramatisch schlecht ausgelastet ist, ändert sich durch die Zukunftsvereinbarung allerdings nicht. Besserung ist vor 2023/24 nicht in Sicht, wenn die nächste Generation des Audi A4 in Neckarsulm produziert werden soll. Werkleiter und Betriebsrat werden deshalb viel Kreativität brauchen, um den Standort sicher durch die kommenden mageren Jahre zu steuern. Ihnen wird die Arbeit nicht ausgehen.

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