Kommentar

Viel Verantwortung

Es mag paradox klingen. Doch es ist eine gute Nachricht, dass das Insolvenzverfahren über das Markthaus offiziell eröffnet worden ist. Damit ist klar: Das zuständige Gericht sieht genug Vermögen im Unternehmen, um überhaupt ein Verfahren anzustrengen. Die bisherige Geschäftsführerin Sabine Neuber ist den schwierigen Schritt zurecht gegangen. Sie hatte den Insolvenzantrag Anfang Juli gestellt. Das Amtsgericht teilt mit seinem Beschluss ihre Ansicht, dass der Antrag begründet ist. Im Falle des Markthauses war das die drohende Zahlungsunfähigkeit.

Doch jetzt geht die Arbeit erst los. Ein Insolvenzverfahren kann lange dauern und es sind einige kritische Punkte zu überwinden. Zunächst müssen die Gläubiger Ansprüche anmelden. Darüber hinaus wird die Zusammensetzung der Gläubigerversammlung Einfluss auf das Verfahren haben. Entscheidungen wie das Aufnehmen eines Darlehens oder der Verkauf wichtiger Besitztümer liegen in ihrer Hand.

Die größte Aufgabe ist es aber, den Ursachen für die Insolvenz auf den Grund zu gehen. Die schmerzhafte Wahrheit ist: Es lag einiges im Argen beim Markthaus. Beispiele sind hohe Ausgaben für Mieten oder die ungünstige Lage mancher Geschäfte. Unter anderem diese Faktoren haben das Markthaus an den Rand der Existenz gebracht.

Alle am Verfahren Beteiligten haben nun eine große Verantwortung. Es gilt, diese Probleme zu beheben und das Unternehmen als Arbeitgeber zu erhalten. Besonders wichtig ist das für die rund 40 Menschen mit Handicap, die bei dem gemeinnützigen Unternehmen beschäftigt sind. Denn sie haben es auf dem Arbeitsmarkt schwerer als andere.

 
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