Kommentar

Viele Fragen an ein Trio

Archivartikel

Dirk Lübke über die Geschäfte mit den Turley-Grundstücken

Fragen über Fragen tun sich auf nach dem Weiterverkauf der Baufelder 4 und 5 auf dem Gelände der ehemaligen Turley-Kaserne an der Bundesstraße 38. Das unglaubliche Geschäft des Frankfurter Investors Tom Bock – er hatte vor dreieinhalb Jahren für sechs Millionen gekauft, nun für 36 Millionen weiterverkauft – hatte diese Zeitung am Samstag öffentlich gemacht. Der Vollzug dieses Bomben-Geschäfts für Bock liegt schon sechs Monate zurück und ist heimlich, still und leise über die Bühne gegangen.

Verteilte Verantwortung

Warum lautlos? Unter welchen Bedingungen? Mit welchen städtischen Einflussmöglichkeiten? Diese drängenden und viele weitere Fragen müssen vor allem drei Leute beantworten: Der aktuelle Geschäftsführer der städtischen Tochterfirma MWSP, Achim Judt, der 2012 in die Gesellschaft kam und seit 2017 die Geschäfte führt. Und natürlich auch „Mister Konversion“, Konrad Hummel, der Ende 2016 als Geschäftsführer der MWSP abtrat. Und Oberbürgermeister Peter Kurz, der als Aufsichtsratsvorsitzender über die städtische Gesellschaft zu wachen hat. Die MWSP ist schließlich verantwortlich für die Entwicklung der ehemaligen Militärflächen in unserer Stadt.

Fünf Jahre Anlauf

Dass MWSP-Chef Judt sinngemäß sagt, die Entwicklung und Dynamik im Grundstücks-und Wohnungsmarkt sei 2012 noch nicht absehbar gewesen, kann man – mit Einschränkungen – nachvollziehen. Warum die MWSP dann aber fünf Jahre Anlauf bei anhaltender Dramatisierung des Marktes brauchte, um in Verträge Aufpreis- und Rücktrittsregelungen einzubauen, ist ein riesiges Rätsel.

So oder so - hier bahnt sich ein Wahlkampfthema für die Kommunalwahl am 26. Mai an. Ein Thema, das weite Kreise ziehen wird, denn der sorgsame und sorglose Umgang mit ursprünglich städtischem Gelände und geplantem Wohnraum geht alle etwas an.

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