Kommentar

Vieles richtig gemacht

Archivartikel

Jan Kotulla zu den Plänen für die European Championships

Das größte Lob für die Macher der European Championships ist die Kritik von Thomas Bach. Dass der Präsident des Internationalen Olympischen Komitees die Premiere der zeitgleich veranstalteten europäischen Titelkämpfe in sieben Sportarten als reines Produkt für die Fernsehzuschauer abtut, unterstreicht vielmehr, dass ihm die hohe Aufmerksamkeit in den Medien und bei den Fans ein Dorn im Auge ist.

Die Verantwortlichen des neuen EM-Formates sind aber tatsächlich gut beraten, nicht zu schnell zu viel zu wollen. Denn die European Championships sind ein zartes Pflänzchen mit enormen Möglichkeiten, aber auch Verbesserungspotenzial. Die Athleten würden gerne ein stärkeres Wir-Gefühl spüren. Warum nicht die Eröffnungsfeiern zeitgleich starten und verbinden? Das wurde bei Benefizkonzerten rund um den Globus schon erfolgreich praktiziert. So könnte man das familiäre Flair kleinerer Titelkämpfe pflegen und diesen Randsportarten, die ansonsten tatsächlich nur alle vier Jahre während Olympia im Rampenlicht stehen, einem größeren Publikum öffnen.

Eigentlich sollte Bach den Machern dankbar sein, denn mit den European Championships betreiben alle Sportarten indirekt Werbung für die globale Show – genannt Olympische Spiele. Damit diese wieder strahlen, steht den IOC-Funktionären selbst einiges an Arbeit bevor. Vor allem das Werben um Vertrauen bei den Menschen für die notwendigerweise größeren Pläne. Die EM-Verantwortlichen haben erkannt, dass Gigantismus das völlig falsche Signal ist.