Kommentar

Vielfach unrentabel

Archivartikel

Stefan Vetter über ein Rettungspaket für Regionalflughäfen

Die Corona-Pandemie setzt auch den Flughäfen in Deutschland hart zu. Kaum noch Geschäftsreisen finden statt, und der Tourismus liegt ebenfalls am Boden. Besonders bei den Regional-Airports ist die Situation prekär. Tagelang startet oder landet dort keine einzige Maschine.

Für Verkehrsminister Andreas Scheuer Grund genug, nach einem milliardenschweren Rettungspaket zu rufen. Die gibt es ja schon in Hülle und Fülle. Warum nicht auch für das allgemeine Flugwesen?

Was im ersten Moment einleuchtend klingt, hat jedoch zahlreiche Macken. Bereits vor Corona waren viele Regionalflughäfen nicht rentabel. Weil die Kapazitäten insgesamt überdimensioniert sind. Deutschland verfügt mittlerweile über zwei Dutzend Hauptverkehrsflughäfen. Nur auf knapp der Hälfte davon werden jedoch über 90 Prozent des gesamten Flugverkehrs abgewickelt.

Man muss kein Experte sein, um zu erkennen, dass da wohl einige Geister-Airports in der Landschaft stehen. Sicher ist es sinnvoll, die Lufthansa zu retten. Deutschland braucht eine starke nationale Fluggesellschaft. Auch große Drehkreuze wie Frankfurt oder München bleiben in Zukunft unerlässlich. Aber es braucht nicht jeden deutschen Provinzflughafen.

Die EU hatte übrigens schon vor Jahren beschlossen, dass regionale Airports bis zum Jahr 2024 ein tragfähiges Geschäftsmodell vorweisen müssen. Auch das sollte Minister Scheuer bei seinem Rettungsversuch im Blick behalten.

 
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