Kommentar

Vielfalt täglich stärken

Lisa Wazulin über das gemeinsame Miteinander

Mannheim ist bunt: Viele Bewohner stammen aus anderen Ländern oder haben einen Migrationshintergrund. Bunt sind aber auch die Liebe und die Formen, in der sie ausgelebt wird. Und bunt sind eben auch die Liebenden selbst. Für queere Jugendliche ist es schwer genug, herauszufinden, wer sie sind. Ihnen dabei zu helfen, einen Ort anzubieten, an dem sie sich mit Gleichgesinnten austauschen können, das ist auch eine Aufgabe der Stadt.

Viele richtige Schritte sind schon getan, wie etwa das Mannheimer Bündnis für Vielfalt, das ein respektvolles Miteinander fördert. Auch der tolerante Umgang mit queeren Menschen ist im Leitbild 2030 der Stadt verankert. Trotzdem: Die Jugendarbeit für queere Menschen ist noch ausbaufähig.

Ein queeres Zentrum, wie es bereits im Beteiligunghaushalt vorgeschlagen wurde, wäre ein weiterer Schritt in die richtige Richtung. Damit schwul, lesbisch, bi- oder transsexuell zu sein endlich selbstverständlich wird, muss auch die LSBTI-Gemeinde sichtbarer werden, sich offen zeigen, um die Vielfalt zu stärken. Mehr Aufklärungskampagnen in Schulen könnten dabei helfen, arglos verwendete Schimpfwörter wie „Schwuchtel“ oder „Transe“ aus den Köpfen der Kinder zu vertreiben. Denn es sind solche Sprüche, die im täglichen Miteinander besonders schmerzen.

Zum Thema