Kommentar

Visitenkarte der Stadt

Archivartikel

Thorsten Langscheid über den Baufortschritt im Glückstein-Quartier

Das kann man sich auf der Zunge zergehen lassen: Wenn das Glückstein-Quartier demnächst fertig ist, werden auf der ehemaligen „Bahninsel“ und Teilen der John-Deere-Gießerei gut eine Milliarde Euro investiert worden sein – plus weitere 360 Millionen jenseits der Gleise des Hauptbahnhofs im Kepler-Quartier, Postquadrat und Postspitze. Das sind gewaltige Summen, die aber nicht im luftleeren Raum schweben. Mit diesen Investitionen sind Menschen verbunden, die in den neuangesiedelten Unternehmen arbeiten und in den Neubauwohnungen leben – Mannheim hat rund um den Hauptbahnhof eine neue Mitte errichtet, die sich durchaus sehen lassen kann.

Klar: Über Geschmack lässt sich streiten, weswegen Kritik an der recht einheitlichen Investorenarchitektur zu beiden Seiten des Hauptbahnhofs nicht unberechtigt ist. Trotzdem: Die beiden Baugebiete halten, was man sich vor über 20 Jahren, als die Planungen begannen, versprochen hat. Damals sollten die ungenutzten Rangiergleise und stillgelegten Schmelzöfen aus der Mitte der Stadt verschwinden und Raum für neue Arbeitsplätze schaffen. Etwa 4500 zum großen Teil hochqualifizierte und entsprechend bezahlte Jobs werden es am Ende sein, hinzu kommen – ursprünglich fürs Glücksteinquartier gar nicht vorgesehene – Wohnungen, Gastronomiebetriebe, eine Kindertagesstätte sowie eine neue Stadtbahnline: eine Visitenkarte der Stadt, wie Oberbürgermeister Peter Kurz, zu Recht zufrieden mit dem Baufortschritt, ganz richtig feststellte.

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