Kommentar

Von Grünen abgehängt

Archivartikel

Stefan Vetter über die Ursachen für die schlechten Ergebnisse der FDP: Beim Klimaschutz sind sie hintendran

Der Osten war für die FDP schon immer ein schwieriges Gelände. In Brandenburg beispielsweise gelang der Partei bislang nur zwei Mal der Einzug in den Landtag – 1990 und 2009. Doch der Verweis darauf taugt nicht mehr als Entschuldigung, seitdem es die Grünen geschafft haben, ihrer vormals ähnlich trostlosen Lage im Osten überzeugend ein Ende zu bereiten. Übrigens haben die Grünen damit gleich noch die Rolle des möglichen Mehrheitsbeschaffers übernommen. Auch das muss für die Liberalen eine bittere Erkenntnis sein.

Woran es der FDP fehlt, ist ein zündendes Thema, um besser punkten zu können. Beim Klimaschutz wirkt es so, als hechelten sie den Grünen ständig hinterher. Und was die liberalen Grundüberzeugungen – mehr Markt, weniger Staat – angeht, so ist damit in den neuen Ländern kein Blumentopf zu gewinnen. Denn viele Menschen dort hätten im Gegenteil gern einen stärkeren Staat, der sich um ihre Sorgen kümmert, auch weil der Markt versagt hat.

Die ostdeutsche Leidensgeschichte der Partei könnte sich fortsetzen. Ende Oktober wird in Thüringen gewählt. Auch dort ist die FDP nicht im Landtag vertreten. Und auch dort spricht derzeit wenig dafür, dass sich das ändern könnte. Was das alles für Christian Lindner, den politischen Alleinunterhalter der Liberalen bedeutet? Vielleicht ertönt ja irgendwann noch der Ruf, an die Parteispitze einen Profi ranzulassen.

 
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