Kommentar

Von Mannheim lernen

Archivartikel

Frank Schumann zu bedrohten Innogy-Standorten

Die Umbauarbeiten bei der RWE-Tochter Innogy gestalten sich offenbar aufwendiger als gedacht. Nun stehen im Zuge der Übernahme durch den Konkurrenten Eon wohl neben tausenden Arbeitsplätzen auch komplette Standorte zur Disposition. Wirklich überraschend ist das nicht. Rund 20 Prozent der RWE-Aktien gehören Städten und Gemeinden, die Kommunen üben traditionell großen Einfluss auf den Essener Konzern aus. Dazu gehört auch, dass regionaler Proporz bei der Standortwahl mindestens ebenso wichtig war wie betriebswirtschaftliche Kalkulation.

Die starke Stellung der Kommunen hat RWE auf dem Weg ins Zeitalter der erneuerbaren Energien nicht unbedingt beflügelt. Dass es auch anders geht, hat die Stadt Mannheim vorgemacht. Als Mehrheitsaktionär der MVV Energie gab sie grünes Licht für einen entschlossene Neuausrichtung aufs Zeitalter der Erneuerbaren. Zugegeben: Der Umbau in Mannheim war unbelastet vom gesamten Bereich Atomenergie, auch einen Dividendenausfall musste die Stadt nicht verkraften. Dennoch hat die MVV Energie bewiesen, dass ein kommunaler Anteilseigner kein Hindernis auf dem Weg in eine erfolgreiche Zukunft sein muss – sondern ihn mitgestalten kann.

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