Kommentar

Vor der eigenen Türe kehren

Archivartikel

Michael Schwarz über den Umweltschutz und die Abfallbilanz

Derzeit wird in allen Umfragen der Umweltschutz als eines der wichtigsten Zukunftsthemen genannt. Dabei ist es in der Politik immer gut, wenn theoretische Bekundungen auch mal in der Praxis überprüft werden. Bei der Müllverursachung, zu der Baden-Württembergs Umweltminister Franz Untersteller am Montag eine Bilanz für den Südwesten präsentierte, ist dies gut möglich. Hier kann jeder durch ein bewusstes Konsumieren und Handeln vor der eigenen Haustüre kehren – und so seinen Teil zum großen Ganzen beitragen.

Und in der Tat: In den vergangenen Jahrzehnten hat sich die pro Kopf verursachte Müllmenge in Baden-Württemberg kaum verändert. Hier tragen die konsequente Mülltrennung und die Fortschritte bei der Verarbeitung in modernen Entsorgungsanlagen Früchte. Auch die Kreislaufwirtschaft mit dem dualen System hat sich bewährt. So weit die guten Nachrichten. Trotzdem gibt es noch viel zu tun. So müssen sich die Stadt- und Landkreise rechtzeitig darum kümmern, dass langfristig genügend Entsorgungskapazitäten zur Verfügung stehen.

Vielerorts sind die Müllverbrennungsanlagen schon jetzt so gut wie ausgelastet. Daher ist es richtig, dass das Land gemeinsam mit den Verantwortlichen vor Ort eine neue Deponiekonzeption erarbeitet. Unabhängig von Pro-Kopf-Zahlen ist die Gesamtmenge des produzierten Mülls weiter ansteigend. Hier spielen die Explosion des Online-Handels und der so verursachte Verpackungsmüll eine wesentliche Rolle, genauso wie die Wegwerfmentalität. Dies sind zwei Stellschrauben, an denen jeder im Alltag drehen kann – im Sinne des Umweltschutzes.

 
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