Kommentar

Vor der Machtprobe

Archivartikel

Stefan Skolik zur Diskussion um die künftige Formel 1

 

Man mag zu den Plänen von Liberty Media stehen, wie man will – im Vorfeld war allerdings schon klar, dass es Veränderungen geben musste, dass ein einfaches „Weiter so“ die Formel 1 mittelfristig ins Abseits geschossen hätte.

Das Zukunftspapier stellt nun keine feste Vorgabe dar, sondern ist nur als Diskussionsgrundlage für die weiteren Gespräche mit den Teams gedacht. Vielleicht ist die Erstfassung des Plans gerade deswegen so radikal geraten und scheint geradewegs zur Konfrontation mit Ferrari und Mercedes zu führen. Denn wenn Zukunftsstrategien erst einmal länger hin- und hergewälzt werden, können sie am Ende dann doch ganz schön flach und unspektakulär werden – und das will Liberty Media tunlichst vermeiden.

Ob allerdings eine Ausgabenbegrenzung in der Königsklasse des Motorsports der Weisheit letzter Schluss ist, muss bezweifelt werden. Die Formel 1 lebt auch vom Spektakel – und dazu gehört nun einmal auch eine hochspezialisierte Fahrzeugtechnik, die sich rasant weiterentwickelt. Und das kostet eben Geld. Gut klingt jedoch der Ansatz, das Können der Fahrer wieder mehr in den Mittelpunkt zu stellen und den Computereinfluss zu begrenzen. So oder so – eine Machtprobe zwischen dem Serieneigner und den Teams steht jetzt allemal bevor.