Kommentar

Vor schwieriger Aufgabe

Archivartikel

Anja Görlitz über die Neuwahl bei der SPD Heddesheim

Landauf, landab hat die SPD bei den Kommunalwahlen im Mai Federn gelassen. Und ausgerechnet in Heddesheim leckt sie ihre Wunden! In einem der wenigen, wenn nicht gar dem einzigen Ortsverein, dem es gelungen ist, die Zahl seiner Sitze zu halten. Ausgerechnet hier muss aufgearbeitet werden, was am Ende doch, zumindest mit Blick auf das Wahlergebnis, irgendwie gut gegangen ist. Hätten sie sich nicht einfach mal freuen können, die vom allgemeinen politischen Trend gebeutelten Genossen? Man reibt sich verwundert die Augen und denkt an die Bundespartei, die sich ja anscheinend auch ganz gern mal selbst zerfleischt.

Im konkreten Fall ist der Rücktritt des Duos Michael Holler und Dominic Brenneisen freilich besonders schade. Andere Vereine, nicht nur politische, suchen händeringend nach jungen Ehrenamtlichen, die bereit sind, Verantwortung zu übernehmen. Die Heddesheimer SPD hatte genau diese. Holler erinnerte in seiner Erklärung zu Recht daran, dass dies „angesichts einer immer schwächer werdenden Bindung der jüngeren Generation an Parteien“ ein Alleinstellungsmerkmal war, das nicht nur im Lager der SPD Anerkennung fand. Das macht es für Außenstehende freilich nicht leichter, den Rücktritt nachzuvollziehen.

„Hätte, hätte, Fahrradkette“

Über gemachte Fehler auf der einen wie anderen Seite zu sinnieren, ist aber ohnehin müßig. „Hätte, hätte, Fahrradkette“, um es mal mit den Worten eines Ex-SPD-Kanzlerkandidaten zu sagen. Für die neue Ortsvereinsspitze, gilt es jetzt, nach vorn zu schauen, wie Michael Rei ganz richtig feststellte. Dabei müssen alle im Vorstand alles daran setzen, eventuell noch vorhandene Gräben zu füllen, die junge Riege bei der Stange zu halten, sie zu integrieren und zu motivieren. Keine leichte Aufgabe, aber wohl eine der wichtigsten. Für die Zukunft des Ortsvereins wie die der Fraktion. Drei ihrer sechs amtierenden Räte werden 2024, bei der nächsten Wahl, zwischen 66 und 71 Jahre alt sein. Früher oder später braucht die SPD junge Nachfolger. Und dass der Generationenwechsel kein Selbstläufer ist, hat die CDU in Heddesheim ja gerade erst vorgeführt.