Kommentar

Vorbild Airbus

Es ist ein sehr ehrgeiziges Ziel: Europa will beim Bau von Batterien für Elektroautos den riesigen Rückstand gegenüber asiatischen Produzenten aufholen. Die Angst vor einer Abhängigkeit ist groß, zumal die Nachfrage nach Batterien stark gestiegen ist und weiter steigen wird. Aber zukunftsträchtige Technologien in diesem Bereich zu entwickeln, ist schwierig und aufwendig. Noch dazu, wenn die Produkte mit den Preisen der etablierten Konkurrenz mithalten sollen.

Für einzelne Unternehmen sind die Investitionen kaum zu stemmen, deshalb ist die strategische Entscheidung der EU sinnvoll: Sie unterstützt die Entwicklung und den Bau von Produktionsanlagen mit Fördergeldern. Gleichzeitig haben sich Unternehmen wie BASF zu Verbünden zusammengeschlossen – das minimiert das Risiko. Die EU-Fördergelder sind angesichts der enormen Ausgaben nicht üppig, liefern aber einen Anstoß – für die BASF, neue Anlagen in Finnland und Schwarzheide zu bauen, für Opel, ein Pilotprojekt mit Partnern in Kaiserslautern zu starten.

Sicher, politisch motivierte Versuche, ganze Wirtschaftszweige aufzubauen, sind schon mehrfach gescheitert. Aber Europa kann mit Airbus auch ein höchst erfolgreiches Verbundmodell aufweisen: Europa hat mit Airbus einen ernstzunehmenden Konkurrenten zu dem US-Flugzeugbauer Boeing aufgebaut. Das macht Hoffnung.

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