Kommentar

Vorbildliches Engagement

Archivartikel

Die Aktiven des Heimatmuseums-Vereins in Seckenheim haben Beachtliches geleistet: Sie haben ein dunkles, bislang unzureichend bekanntes Kapitel ihrer Ortsgeschichte aufgearbeitet und eine dauerhafte Würdigung der damaligen Opfer auf den Weg gebracht. Diese Arbeit ist nicht nur wertvoll. Sie ist vorbildlich.

Und sie ist keineswegs selbstverständlich. Zuweilen wird ja Geschichtsvereinen gerade in kleinen Gemeinden vorgehalten, Angenehmes wie traditionelles Brauchtum zu pflegen, dunkle Seiten, vor allem die NS-Zeit vor Ort, auszublenden; zumal Nachfahren der Beteiligten zumeist noch am gleichen Ort leben. Den Seckenheimern kann man dies wahrlich nicht vorwerfen: In vielfältigen Aktivitäten stellen sie sich auch dieser Seite der Geschichte.

Und das ist wichtig, ja unerlässlich. Denn das jetzige Beispiel zeigt, dass eben auch 75 Jahre nach Ende des NS-Regimes nicht alles erforscht ist, dass es noch viel zu klären, ja aufzuklären gilt.

Doch machen wir uns nichts vor: Die Seckenheimer Ortshistoriker werden für ihren Einsatz nicht nur Lob und Anerkennung erfahren. Nach 75 Jahren müsse doch endlich mal Schluss sein, werden jene Zeitgenossen sagen, die das bereits nach 50, ja schon nach 20 Jahren gesagt haben.

Deshalb ist es gut, dass der Oberbürgermeister durch seine Anwesenheit bei der Gedenkfeier am 28. März den Ehrenamtlichen den Rücken stärkt. Die Bürger in Seckenheim und nicht nur dort sollten es ihm gleich tun.

 
Zum Thema