Kommentar

Vorher überlegen

Archivartikel

Es kann das Drängen der Tochter sein, die Vorstellung, mit Hund öfter das Haus zu verlassen, um sich mehr zu bewegen, oder auch nur der Wunsch nach einem Gesellen, der die Einsamkeit vertreiben soll. Das alles sind Gründe, weshalb sich Menschen Haustiere zulegen. Und viele, die das planen, machen sich darüber vorher ausgiebig Gedanken, sie informieren sich und sorgen für eine artgerechte Umgebung.

Aber es gibt eben auch schwarze Schafe unter den Tierhaltern. Manche sind einfach naiv, andere überschätzen schlichtweg ihre Fähigkeiten. Das Letztere beizeiten zu erkennen und rechtzeitig zu handeln, ist schwer. Wem das gelingt, dem gebührt Respekt. Wer sich aber ein Lebewesen zum Unterhaltungszweck hält, wer nicht darüber nachdenkt, wie groß es wird, wie teuer die medizinische Versorgung ist und welchen Zeitaufwand die Pflege benötigt, der sollte in die Ecke kriechen und sich schämen.

Denn ein Tier zu halten, heißt, Verantwortung zu übernehmen. Das fängt schon beim Kauf an. Wer hier auf das beste Schnäppchen hofft, erweist sich ganz und gar nicht als ausgefuchst. Unter Umständen ebnet er sogar noch Betrügern den Weg. Es darf nicht darum gehen, einem Kind auf schnellstem Weg den Wunsch nach einem Liebling zu erfüllen, oder sich überstürzt das schönste Exemplar vom Wurf des Nachbarhundes herauszusuchen, weil die Gelegenheit gerade günstig erscheint. Vielmehr muss die Haltung eines Haustieres gut durchdacht und organisiert sein, mag der Neuankömmling auch noch so klein sein. Diese Tatsache sollten Eltern im Übrigen auch schon ihren tierliebenden Kindern dringend bewusst machen – und zwar bevor der erste Hamster die Nachtruhe stört. Denn schon diese Winzlinge können an den Nerven nagen, wenn die großen und kleinen Besitzer nicht gut vorbereitet sind.

Deshalb: Nicht nur das Herz einschalten, wenn es um Tiere geht, sondern auch den Kopf. Nur dann sind die Aussichten auf eine lebenslange Liebe tierisch gut.

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