Kommentar

Vorsicht geboten

Archivartikel

Rolf Obertreis zu den digitalen Anlageberatern

Auch bei den digitalen Vermögensverwaltern gilt es genau hinzuschauen. Strategien, Erfolge und Kosten sind bei Robo-Advisor-Angeboten, die die Geldanlage dem Computer und Algorithmen anvertrauen, bei weitem nicht überall identisch. Das hat auch die Zeitschrift „Finanztest“ gerade festgestellt.

Nicht einmal eine Hand voll haben die Experten für gut befunden. Eben weil der Erfolg der Geldanlage nicht überall überzeugt, weil die Kosten im Vergleich zu „normalen“ Vermögensverwaltern und Banken zwar erheblich niedriger sind, aber doch stark schwanken. Und weil nicht bei allen Anbietern transparent ist, was sie mit dem Geld ihrer Kunden genau machen.

Zwar ist dieses bei den digitalen Vermögensverwaltern in der Regel sicher, weil sie mit überwachten Banken zusammenarbeiten. Aber die Aufsichtsbehörden sollten auch bei einem Robo Advisor genauer hinschauen und mehr Details der Anlagestrategie einfordern. Damit auch der Verbraucher tieferen Einblick bekommt.

Im Übrigen: Wer sich einigermaßen auskennt und mit der Materie befasst, kann selbst umsetzen, was viele der digitalen Verwalter praktizieren: Börsengehandelte Fonds, die sogenannten ETF, kaufen. Sie bilden die Entwicklung eines Börsenindex nach. So oder so gilt: Weil es an der Börse nicht nur nach oben geht, kann auch der Wert eines ETF schwanken und fallen. Das muss jeder Anleger wissen, egal ob er direkt Aktien und ETFs kauft oder sich einer Bank oder Sparkasse anvertraut. Wichtig bleibt: Nur Geld nehmen, das man kurzfristig nicht braucht. Und mit einer Perspektive von mindestens fünf Jahren anlegen.