Kommentar

Vorübergehende Erscheinung

Archivartikel

Thorsten Langscheid über die neuen E-Scooter

Natürlich kann man sich irren, wie seinerzeit Wilhelm der Zwote. Der Kaiser soll ja stark aufs Pferd als Transportmittel gesetzt und das Automobil als „vorübergehende Erscheinung“ abgetan haben. Was können wir aus diesem Zitat lernen? Man soll neue Entwicklungen nicht unterschätzen und pauschal ablehnen.

Deswegen soll den E-Scootern ihr Status als pfiffige Idee und – mit Abstrichen – praktikable Alternative für Innenstädte und Kurzstrecken durchaus zugestanden werden. Obendrein machen die Teile richtig Spaß. Ob allerdings wirklich in nicht allzuferner Zukunft Roller einen nennenswerten Teil des Autoverkehrs ersetzen können, da sei doch ein großes Fragezeichen gesetzt.

Für junge, urbane Berufstätige, die mit nichts weiter als einem Tablet-Computer im Rucksack rasch zum nächsten Meeting flitzen, ist solch ein Elektroroller cool, hip, oder was auch immer. Schon wenn man ganz altmodisch ein paar Akten oder Unterlagen in Papierform dabeihat, wird’s auf dem Roller eher eng. Und was, wenn’s regnet?

Diese Frage führt zur Verkehrssicherheit der Scooter. Klar, mit ein wenig Übung kann man so ein Fahrzeug wohl beherrschen. Es empfiehlt sich aber, einen Helm zu tragen und auch sonst sehr umsichtig unterwegs zu sein. Denn: Auf der Autofahrbahn gehören die Scooter zu den gefährdeten Spezies. Und auf Radwegen könnten sie sich über kurz oder lang zur Gefahr für Fahrradfahrer entwickeln.

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