Kommentar

Weg in ein neues Zeitalter

Frank Schumann über verpflichtende Assistenzsysteme

Freie Fahrt für freie Bürger – dieser Forderung stimmten breite Teile der deutschen Autofahrergesellschaft jahrzehntelang zu. Auch wenn sich bei der jüngeren Generation ein Wandel abzeichnet, empfinden viele Automobilisten technische Assistenzsysteme weiterhin als Schnickschnack, wenn nicht gar als Eingriff in ihre persönliche Freiheit. Dass elektronische Fahrhilfen künftig Pflicht sind, ist der Europäischen Union aber hoch anzurechnen. Der Beschluss ist nicht nur vernünftig, er ebnet auch den Weg in ein neues Zeitalter der Mobilität.

Die Vorgaben der EU sorgen für mehr Sicherheit auf den Straßen – und mehr Sicherheit bedeutet vor allem weniger Verkehrstote. Assistenzsysteme bügeln menschliche Fehler aus oder lassen sie gar nicht erst zu, siehe die Alkohol-Wegfahrsperre. Die elektronischen Helfer sind außerdem Vorboten für das autonome Fahren, bei dem das Auto dem Menschen am Steuer vieles abnimmt. Die Maschine, die mitdenkt, kann aber nicht nur Menschenleben retten. Sie ist auch in der Lage, Verkehr intelligent fließen zu lassen – und dabei den Schadstoffausstoß zu senken.

Ein Tempolimit als begleitende Maßnahme wäre dabei der nächste logische Schritt. Der Autohersteller Volvo etwa denkt in solchen Kategorien und will die Höchstgeschwindigkeit seiner Neuwagen künftig begrenzen. Mit der Forderung nach freier Fahrt für freie Bürger verträgt sich all das natürlich nicht mehr.