Kommentar

Weiter viele Fragezeichen

Matthias Kros über die Situation bei Heideldruck

Unter Vorstandschef Rainer Hundsdörfer ändern sich bei Heideldruck nicht nur die Geschäftsmodelle, auch das Stammwerk in Wiesloch dürfte in einigen Jahren nicht mehr wiederzuerkennen sein. Statt der Fertigung klassischer Druckmaschinen werden sich die Mitarbeiter eher mit Forschung, Software und Elektronik beschäftigen.

Dabei spielt dem Vorstand in die Karten, dass parallel zu den Veränderungen jährlich hunderte Mitarbeiter das Unternehmen altersbedingt verlassen werden. Die geplanten Produktionsverlagerungen nach China und Portugal dürften somit ohne Kündigungswelle ablaufen.

Und doch besteht die Gefahr, dass am Ende weniger Mitarbeiter in Wiesloch beschäftigt sein werden. Schließlich ist noch nicht klar, ob in den Bereichen, die Hundsdörfer im Stammwerk künftig stärken will, wirklich so viel Personal gebraucht wird, wie in der klassischen Produktion verschwindet.

Entscheidend wird dafür letztlich sein, ob Hundsdörfer die viele Jahre beschworene Wende bei Heideldruck tatsächlich gelingt. Die Zahlen von gestern sind dabei durchaus vielversprechend. Doch auch Zweifler gibt es noch reichlich – wie der sinkende Aktienkurs zeigt.