Kommentar

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Miray Caliskan zu den Berufswünschen der Jugendlichen

Für den Berufswunsch der meisten Jugendlichen spielt der digitale Wandel in der Gesellschaft keine Rolle. Sie halten sich an traditionellen Berufsbildern fest: Die meisten 15-jährigen Mädchen wollen am liebsten Lehrerin werden. Dahinter folgen Ärztin, Erzieherin und Psychologin. Die Jungen streben einen Beruf als IT-Spezialist an, gefolgt von Industrie- und Automechaniker oder Polizist.

Erstaunlich: Die Antworten, wo sich die Teenager im Alter von 30 Jahren sehen, klingen fast so, als hätten sie nie etwas von der Digitalisierung gehört. Als würden sie nicht wissen, dass zahlreiche Berufe in den nächsten zehn bis 20 Jahren gar nicht mehr existieren – dafür aber etliche weitere sich nur noch um Zukunftsthemen drehen werden. Wo bleiben Antworten wie: Ich möchte Sicherheitsexperte werden und die Cyberkriminalität bekämpfen! Oder Umwelttechniker werden und die Weltmeere retten! Ich möchte Data Scientist werden, um die Daten der Bürger zu schützen! Möchte Ingenieur werden und Roboter entwickeln!

Natürlich können wir nicht in die Köpfe der Jugendlichen hineinblicken. Vielleicht wollen sie all diese Dinge im Laufe ihrer Karriere anstreben. Aber in einem Zeitalter sozialer Medien, künstlicher Intelligenz, einer Zeit, wo Start-ups boomen und Schüler freitags für das Klima auf die Straßen gehen, ist es umso erschreckender, dass die Antworten teils an das 19. Jahrhundert erinnern.

Deshalb ist es immens wichtig, dass Eltern, Lehrer, Bildungsexperten und Agenturen die Schüler stärker über digitale Berufe aufklären. Sie dafür sensibilisieren, dass sie mehr erreichen können, als sie sich vorstellen.

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