Kommentar

Wende am Wochenende

Archivartikel

Bertram Bähr zu möglichen Problemen beim Schulstart

Mitte März konnten die Schüler wegen des Lockdowns nicht in den Unterricht. Zwischenzeitlich mussten einige wegen Covid-19-Erkrankungen in Quarantäne. Und am Montag nach den Sommerferien, so die Befürchtung noch bis gestern Abend, hätten sie möglicherweise wegen eines fehlenden Formulars draußen bleiben müssen, zumindest am ersten Tag. Denn in seiner Corona-Verordnung hatte das Kultusministerium unmissverständlich mitgeteilt, bei fehlendem Formular gebe es ein „Betretungsverbot“.

Zwar hätten die Schüler dann nicht in die Klasse gedurft. Aber zugleich auch das Gelände nicht verlassen dürfen. Denn sie nach Hause zu schicken, wäre eine Verletzung der Aufsichtspflicht. Entsprechend rechneten die Schulleitungen mit Zusatzaufgaben: Sie sollten neben Unterricht, Überwachen von Händewaschritualen und Maskenkontrollen auf die Schnelle noch eine Betreuung der „formularlosen“ Schüler organisieren. Und das dann auch noch nach Jahrgängen getrennt – weil die Gruppen sich schließlich nicht durchmischen dürfen.

Wie es scheint, war die ganze Aufregung umsonst. Denn am Freitag gegen 19 Uhr teilte das Schulamt dieser Zeitung mit, Stuttgart setze auf eine „pragmatische“ Lösung. Wer das Formular nicht dabei habe, könne es in der ersten Woche nachreichen. Das habe das Ministerium gerade auf seiner Homepage mitgeteilt. Prima: Es ist Wochenende. Hoffentlich schauen die Schulleiter vor Montag alle noch einmal ins Internet und bekommen so die neueste Wende mit.