Kommentar

Wenn das mal gut geht

Archivartikel

Ganz akribische Zeitgenossen zählen in der Hauptstadt mit. Am Freitag waren es 2736 Tage seit Nicht-Eröffnung des Berliner Flughafens. Ergibt knapp 90 Monate oder siebeneinhalb Jahre, die der ursprünglich angepeilte Eröffnungstermin im Jahr 2011 sich verschob. So lange dauert nun schon die weltweit beachtete Posse um den BER. Sie soll jetzt konkret am 31. Oktober 2020 enden. Wenn das mal gut geht.

Wirklich glauben will man an die neue Starterlaubnis nicht. Zumindest sollte man sich gut überlegen, worauf man wetten würde – klappt oder klappt nicht. Denn Geschichte kann sich wiederholen. Nicht nur, weil der neue Eröffnungstermin inzwischen der siebte (!) ist. Sondern auch, weil zeitliche Puffer auf der Baustelle wieder aufgebraucht sein sollen, einige Versprechen erneut nicht gehalten wurden und die aktuellen Probleme irgendwie den alten gleichen. Stichwort Brandschutz, Mängel bei den Kabelverbindungen. Der BER ist jedenfalls zum Milliardengrab geworden, aus dem sich nun ein Flughafen-Zombie erheben soll. Zum Feiern wird einem nach neun Jahren Pleiten, Pech und Pannen aber keinesfalls zumute sein.

 
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