Kommentar

Wenn zwei sich streiten ...

Die Flugzeugindustrie ist von jeher eine Subventionsbranche. Schon wegen der hohen Forschungs- und Entwicklungskosten, den Anschubfinanzierungen und wegen der Bürgschaften zur Absicherung von Ausfällen. Sowohl die USA als auch die EU, die sich mit Boeing und Airbus den Weltmarkt teilen, haben das in der Vergangenheit reichlich genutzt. Beide haben genug Munition, um sich permanent gegenseitig zu verklagen, was sie auch tun. Sie wirken wie zwei Wirte, die an der gleichen Straßenecke Kunden anlocken wollen und deshalb in einer Dauerfehde miteinander liegen.

Wenn sie sich aus der Fixierung aufeinander einmal lösen würden, würden sie sehen, dass inzwischen ein neuer Anbieter seine Kneipe eröffnet hat: China. Unter diesem Gesichtspunkt müssten die USA wie Europa versuchen, ihre Auseinandersetzung, die aus uralten Klagen resultiert, klein zu halten und die Strafzölle auf die Flugzeugindustrie zu begrenzen. Im Moment sieht es freilich genau danach nicht aus. Die Leidtragenden werden Unternehmen, Aktionäre und Konsumenten auf beiden Kontinenten sein. Nur in Peking wird man sich die Hände reiben. Selten war ein Sprichwort so zutreffend wie hier: Wenn zwei sich streiten, freut sich der Dritte.

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