Kommentar

Wertschätzung zeigen

Archivartikel

Lea Seethaler über Ablösesummen für Azubis

Azubis wollen selbst bestimmen, was sie tun. Sie möchten entscheiden, wann sie wohin umziehen, bei wem sie arbeiten. Es ist ihr gutes Recht und ihre persönliche Freiheit. Der Vorschlag, dass ein anderer Betrieb im Falle eines Wechsels eine Ablöse für einen gut ausgebildeten Azubi zahlen soll, ist da der falsche.

Ein Arbeitgeber, der einschränkt und „ankettet“, macht sich unattraktiv. Im Fachkräftemangel-Land Deutschland ist so etwas fatal. Denn viele Firmen müssen sich heutzutage bei den Fachkräften bewerben – und nicht umgekehrt. Betriebe müssen ihre Auszubildenden wertschätzen. Im täglichen Umgang, mit fairen Löhnen – und wenn eben nötig, mit (materiellen) Zusatzleistungen. Nur so können sie Fachkräfte halten, gerade in ländlichen Regionen.

Doch all das geht nur, wenn auch die Verbraucher die Leistung der Handwerksbetriebe wertschätzen. Und bereit sind, für diese zu zahlen. Wer sich für elf Euro die Haare schneiden lässt und Brötchen immer nur beim Supermarkt-Backautomaten kauft, braucht sich nicht zu wundern, wenn Fachkräfte abwandern. Die Gesellschaft muss die Betriebe wertschätzen, da sie Arbeitsplätze schaffen und sichern. Und weil sie mit ihren Produkten für Qualität stehen. Die hat bekanntlich ihren Preis, weil eben echte Fachkräfte mit ihrem Können dafür arbeiten.

 
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