Kommentar

Wichtige Erkenntnisse

Archivartikel

Alexander Jungert zur jüngsten Umfrage bei SAP

Jedes größere Unternehmen sollte sich eine Umfrage unter seinen Mitarbeitern gönnen. So weiß das Management, wie zufrieden die Belegschaft ist und – vielleicht noch wichtiger –, wo der Schuh drückt.

Es muss ja nicht gleich eine auf mehrere Monate ausgerichtete Studie sein; auch eine schnelle, kleine Umfrage kann schon wichtige Erkenntnisse liefern. Die Befragung bei SAP jedenfalls wird nicht aus Spaß an der Freude gemacht. Sie ist durchaus heikel. Im Jahr 2010 musste der damalige Vorstandssprecher Léo Apotheker unter anderem seinen Hut nehmen, weil die Zufriedenheit der Mitarbeiter gesunken war. Und 2014 musste erstmals eine Einigungsstelle eingerichtet werden, um die Abläufe der Mitarbeiterbefragung zu regeln – es ging um die Speicherung der Daten.

Von den Zufriedenheitswerten bei SAP können andere Unternehmen wahrscheinlich nur träumen. Klar mag der Softwarekonzern von der Corona-Pandemie weniger schwer getroffen sein als Unternehmen anderer Branchen. Sicher hat SAP praktische und technische Vorteile dabei, Mitarbeiter ins Homeoffice zu schicken. Aber sie lebt etwas vor, das grundsätzlich für alle wichtig ist: Kommunikation. Der Erfolg eines Unternehmens hängt auch davon ab, wie ernst genommen sich die Belegschaft fühlt. Das ist bei einem Weltkonzern so und bei einem Mittelständler nicht anders.

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