Kommentar

Wichtiges Zeichen

Steffen Mack zu Mannheim als „Sicherem Hafen“

Dabei sein ist alles. Das Motto gilt auch für die Initiative „Sicherer Hafen“. Aber vor allem in der Hinsicht, dass die Bereitschaft zur Aufnahme aus in Seenot geretteter Flüchtlinge kaum praktische Konsequenzen haben dürfte. Darüber wird auf europäischer Ebene noch zu sehr gestritten. Und selbst wenn eines Tages Gerettete hierher kämen, wäre der auf Mannheim entfallende Anteil minimal. Darüber auch noch zu streiten, ist peinlich.

Denn es geht zuallererst um eine humanitäre Geste. Deren Größe wird schon abgemildert, weil sich der Gemeinderat erst jetzt dazu durchringen konnte, der im Juli 2018 gegründeten Initiative als nunmehr 70. Kommune beizutreten. Heidelberg tat das vor einem Dreiviertel Jahr.

Klar, die Stadt will bei ihrer generellen Aufnahmebereitschaft keine falschen Erwartungen wecken. Mannheim hat bei der Integration südosteuropäischer Migranten mit viel höheren Belastungen zu kämpfen als andere Kommunen. Dennoch: Auf dem Höhepunkt der Flüchtlingswelle waren 15 000 Menschen hier in Erstaufnahmeeinrichtungen untergebracht. Aktuell sind es noch 600. Da sollte man sich wegen einer Handvoll Schiffbrüchiger nicht so anstellen.

Schließlich geht es auch darum, jetzt ein politisches Zeichen zu setzen: für Menschlichkeit und Nächstenliebe, gegen Hass und Hetze. Demagogen wie der italienische stellvertretende Ministerpräsident Matteo Salvini oder die Rechtspopulisten von der AfD dürfen hier nicht die Deutungshoheit haben. Nach dem Motto von Chemnitz: „Wir sind mehr.“

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