Kommentar

Wie im Märchen

Archivartikel

Stefan Vetter lehnt einen bundesweiten Mietendeckel ab

Es klingt wie im Märchen: Nach dem Willen der Landes-Linken in Berlin ist die Wohnung in einem prächtigen Gründerzeitbau am vornehmen Kürfürstendamm künftig fast genauso billig zu mieten wie die Bleibe in einem schmucklosen Mehrfamilienhaus aus den 1950er Jahren im Problembezirk Neukölln. Und weil der Gedanke so bestechend ist, empfiehlt die Linken-Fraktionschefin im Bundestag, Sahra Wagenknecht, der Bundesregierung das Modell auch gleich zur flächendeckenden Umsetzung in der gesamten Republik: So wird es jedoch nicht kommen.

Ja, es stimmt, das Mietpreisniveau ist teilweise Wahnsinn geworden. Darauf mit wahnsinnigen Maßnahmen zu reagieren, sollte sich jedoch verbieten. Dazu zählt die Idee, dass die Lage der Häuser für die Miethöhe keine Rolle mehr spielt. Dies käme einem Subventionsprogramm für Besserverdiener gleich.

Auch soll für Wohnungen jüngeren Datums mehr Miete verlangt werden können als für ältere. Dabei verhält es sich mit der Reparaturanfälligkeit meist genau umgekehrt. Was zu der entscheidenden Frage führt, wie sich dann überhaupt noch in die Substanz investieren lässt. Der Plan ist aber auch ein Neubau-Killer. Denn woher sollen Wohnungsbaugesellschaften dann noch das Geld dafür hernehmen?

Eine nachhaltige Lösung kann nur in der Errichtung neuer Unterkünfte liegen. Besonders für Sozialwohnungen braucht es eine Bauoffensive. Hier hat Berlin immensen Nachholbedarf. Um das zu bemänteln, setzen die Linken, die dort seit 2002 überwiegend mitregieren, auf populistische Ideen. Geplagte Mieter haben Besseres verdient.

 
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