Kommentar

Wieder eigenständig

Archivartikel

Peter W. Ragge zur Trennung der Rettungsdienstbereiche

Mit Beginn des neuen Jahres ist ein Problem gelöst worden, das Öffentlichkeit und Politik seit Jahren beschäftigte. Still und völlig unspektakulär wurde Mannheim ab Mitternacht wieder zum eigenständigen Rettungsdienstbereich – wenn auch zunächst nur auf dem Papier.

Seit 2006 Rettungsdienst und Krankentransport auch für Mannheim in Ladenburg gesteuert werden, beklagt die Stadt Mannheim, dass ihr Einblick und Einfluss fehlen. 2014 verschärfte sich der Konflikt. Da hatte das Land mit Hilfsorganisationen und Krankenkassen – ohne jede Rücksprache mit Mannheim – plötzlich einen neuen, großen Rettungsdienstbereich geschaffen. Darin fassten sie Heidelberg mit allen Landkreis-Gemeinden bis nach Eberbach mit der Quadratestadt zusammen.

Immer wieder gab es Probleme – mit fehlender Ortskenntnis, mit völlig überlasteten Mitarbeitern, verpassten Hilfsfristen, langen Wartezeiten sowie viel zu großen, unüberschaubaren Strukturen. Erst 2017 hatte Innenminister Thomas Strobl ein Einsehen und stimmte zu, dass der viel zu große Rettungsdienstbereich wieder getrennt wird.

Leider dauert es noch, bis Mannheim seine eigene Leitstelle hat und auch alle Einsätze steuern kann. Doch die technischen Verzögerungen sind verständlich, wenn man weiß, um welche komplexen Systeme es geht. Aber auch wenn die Anrufe vorerst noch in Ladenburg bearbeitet werden, liegt immerhin ab sofort die Rechtsaufsicht bei der Stadt. Sie muss Informationen nicht mehr erbetteln und Kommunalpolitiker im Unklaren lassen, sondern kann sie einfordern und auf Änderungen drängen.