Kommentar

Wo bleibt die Demut?

Archivartikel

Walter Serif über Sigmar Gabriel und Martin Schulz, die immer wieder Dampf ablassen, obwohl sie für den Niedergang der SPD mitverantwortlich sind

Neue Gesichter sollen an der Parteispitze der SPD die alten Probleme lösen. Es ist allerdings eher unwahrscheinlich, dass dies gelingen wird. Dafür gibt es bei den Genossen zu viele Politiker, die nur auf eigene Rechnung ihr Geschäft betreiben. Zum Beispiel die ehemaligen Parteivorsitzenden Sigmar Gabriel und Martin Schulz, die beide für den Absturz der Sozialdemokraten bei Wahlen mitverantwortlich sind.

Von Demut über ihr eigenes Versagen war aber seit der Bundestagswahl 2017 wenig zu spüren. Jetzt haben sie sich mit markigen Worten wieder aus der Versenkung gemeldet. Gabriel und Schulz geißeln Kanzlerin Angela Merkel (CDU) dafür, dass diese sich nicht mit Händen und Füßen gegen die Nominierung ihrer Parteifreundin Ursula von der Leyen für das Amt der EU-Kommissionschefin gewehrt hat. Schulz wirft Merkel „Hinterzimmerdeals“ vor, Gabriel fordert den Austritt aus der großen Koalition mit der CDU/CSU. Damit setzen sie die Interims-Parteivorsitzenden unter Druck.

Die abgehalfterten SPD-Granden können es nicht ertragen, dass ihre Karrieren vorbei sind. Deshalb müssen sie immer wieder Dampf ablassen. Auch ihr ständiges Mobbing hat zum Rücktritt der Ex-SPD-Chefin Andrea Nahles beigetragen. Jetzt soll eine neue Doppelspitze den Dauerzoff in der Partei beenden. Stark ist die SPD aber nur, wenn es darum geht, das Führungspersonal zu demontieren. Neue Ideen oder Strategien? Fehlanzeige. Die SPD hat den Grünen das Thema Klima- und Umweltschutz völlig überlassen und wirkt wie eine alt gewordene Partei. Daran ändert auch die Popularität eines Kevin Kühnerts nichts.

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