Kommentar

Wohltuend anders

Thomas Groß bilanziert das Festival des deutschen Films

Wieso strömen mehr als 120 000 Besucher zum Festival des deutschen Films auf die Ludwigshafener Parkinsel? Es ist das nach Zuschauern zweitgrößte Filmfestival hierzulande, und es ist zum Markenzeichen geworden. Es macht auch die Region bekannter – und besonders das überregional nicht gut beleumundete Ludwigshafen.

Der Erfolg hat nachvollziehbare Gründe. Zunächst punktet die Veranstaltung mit ihrem Ort: Die Parkinsel verliert ihre besondere Atmosphäre auch dann nicht, wenn sich tausende Film- und Festivalfreunde auf ihr drängeln. Daneben ist das Programm ein Garant des Erfolgs, das sich erneut als sehr sehenswert erwiesen hat: Zeit- und Sozialkritisches, Einblicke in menschliche Seelen und Grenzsituationen finden sich hier in reizvoller Filmsprache – und finden ein Publikum, das dies zu schätzen weiß und Kultur in Gemeinschaft erleben möchte. Hier wirkt nichts elitär, die Zuschauer stehen im Mittelpunkt. Ihretwegen kommen auch die prominenten Gäste aus dem Filmgeschäft, wie sie oft betonen. Denn auf anderen Veranstaltungen dreht sich die Branche zumeist nur um sich selbst.

Günstige Voraussetzungen werden von einem kompetenten, erfahrenen Team zum bestmöglichen Ergebnis verbunden. Davon profitieren das Publikum, die Region und der deutsche Film. Gibt es nichts zu kritisieren, ist dies einzig ein Grund zur Freude? Man möchte es kaum glauben, aber hier läuft offenbar alles rund. Das gibt es sonst ja nur im Kino.

 
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