Kommentar

Wohltuendes Vorbild

Bertram Bähr zur Neuordnung der Schulen am Neckarufer

 

Wer kennt sie nicht: Eifersüchteleien zwischen Schulen sind eher die Regel als die Ausnahme. Das führt mitunter zu skurrilen Zuständen. So kam in einer benachbarten Stadt an einer Stelle, an der zwei Gymnasien direkt aneinandergrenzen, bei beiden kein Leistungskurs Französisch zustande. Jede Schule für sich hatte nicht genug Interessenten, gemeinsam hätte es dagegen gereicht. Aber die Zusammenarbeit im Sinne der Schüler und der Attraktivität beider Schulen scheiterte daran, dass man sich spinnefeind war.

Wie wohltuend ist es da, wenn Direktoren über ihren Schatten springen und nicht nur an einem Strang ziehen, sondern gemeinsam ein zukunftsfähiges Konzept auf die Beine stellen. Die Chefs des Berufsschulareals am Neckar haben genau das geschafft, indem sie aus fünf unterschiedlich großen vier etwa gleichgewichtige Einheiten schaffen – und eine gemeinsame Nutzung aller Einrichtungen ermöglichen.

Die Stadt muss für die Neuordnung (vorerst) keinen Cent auf den Tisch legen. Aber auf mittlere Sicht sollten Verwaltung und Politik den vorbildlichen Einsatz der Neckaruferschulen mit einem modernen Werkstatttrakt und einer Grundsanierung der maroden Betonbauten honorieren. Das würde den Berufsschulstandort Mannheim auch insgesamt nachhaltig stärken.

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