Kommentar

Worte und Taten

Archivartikel

Thorsten Hof zu den Rassismus-Vorwürfen beim SV Waldhof

Noch stehen ein paar kleine Fragezeichen hinter den Vorwürfen, dass es am Samstag zu rassistischen Schmähungen im Stadion des SV Waldhof gegenüber Türkgücü-Abwehrspieler Yiyoung Park gekommen sein soll. Aber wer ehrlich zu sich selbst ist, wird von alleine darauf kommen, dass sich der Koreaner im Trikot der Münchner Multikulti-Truppe die Vorgänge nicht einfach ausgedacht haben dürfte, um der Heim-Mannschaft zu schaden.

Auch deshalb tun die Verantwortlichen des SV Waldhof gut daran, die Sache proaktiv und nicht erst auf Druck des Deutschen Fußball-Bunds anzugehen. Steht zweifelsfrei fest, dass es auf der Südtribüne zu rassistischen Entgleisungen gekommen ist und die vermeintlichen Fans identifiziert werden können, muss der Drittligist dann aber auch entsprechend handeln. Schließlich hatten sich Spieler, Trainer und der Club samt Fan-Verband eindeutig und glaubwürdig positioniert. Entsprechend sollten den Worten auch Taten folgen.

Und apropos Worte: Selbst wenn für viele der rustikale Umgangston auf den Rängen irgendwie zur Fußball-Folklore zu gehören scheint, sind verbale Herabsetzungen immer nur der Anfang von Schlimmerem. Und gerade in Mannheim und beim SVW, der so bunt wie die Gesellschaft der Quadratestadt ist, sollte sich das eigentlich von selbst verbieten.

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