Kommentar

Zahlen, die wichtig werden

Archivartikel

Steffen Mack zu den neuen Bodenrichtwerten für Mannheim

Klar, Bodenrichtwerte darf man nicht überbewerten. Maßgeblich für den Preis eines Grundstücks bleibt erstens, was der Verkäufer verlangt. Und zweitens, was ein Käufer zu zahlen bereit ist. Drittens spielt auch das, was sich auf dem Gelände befindet, eine erhebliche Rolle: die Extreme reichen von einer Villa bis zu schädlichen Militärstoffen.

Bebauung, Altlasten und dergleichen bleiben bei Bodenrichtwerten zwar unberücksichtigt. Dennoch ist es interessant, sich auf der interaktiven Karte durch die einzelnen Stadtteile zu klicken und recht große Unterschiede zu sehen. Zunächst dürfte jeder nach dem Grundstück suchen, auf dem er lebt. Und die Zahl, die da steht, könnte er bald im Geldbeutel spüren: Bei der Reform der Grundsteuer spielen Bodenrichtwerte voraussichtlich eine wichtige Rolle.

Zwar beteuern alle Beteiligten, zusätzliche Belastungen für die Bürger vermeiden zu wollen. Aber dass es Gewinner und Verlierer geben wird, ist klar. Mehr zahlen müssen wohl all die, deren Wohnlage heute hochwertiger ist als 1964, als die sogenannten Einheitswerte zur Berechnung der Grundsteuer festgelegt wurden. Das ist zwar im Prinzip auch gerecht. Im Einzelfall kann es aber bitter sein: Wenn sich jemand zu einem hohen Preis ein Grundstück in mittlerweile attraktiver Lage gekauft hat, konnte er nicht damit rechnen, dafür künftig pro Jahr beispielsweise statt 400 Euro vielleicht 800 an den Fiskus abführen zu müssen. Die Politik sollte da für Härtefälle eine Lösung finden.

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